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November 4, 2019

Making Truth

 

 

Die Wahrheit ist mir nicht so wichtig, ich möchte nur ein gutes Bild!

Die Könige in Madrid wollen ihre Prinzessinnen mit den Prinzen aus Wien verheiraten. Dazu senden die Spanier ein Bild von der Infantin nach Wien. Dabei geht es um alles, die Kaufkraft des Prinzen bringt 500 Billionen Euro nach Madrid. Wir können uns lebhaft vorstellen, wie gut der Künstler ausgewählt wurde, bevor er das Mädchen porträtierte. Der König steht hinter dem Maler und mahnt unnachgiebig Korrekturen ein, wenn es um die Schönheit geht. Irgendwann sterben die Habsburger aus, und alle fragen sich, warum…

Als die Bilder durchschaut waren, und somit als Dokument der „Wirklichkeit“ nicht mehr funktionierten, wurde der Bildende Künstler gegen einen Bild-Apparat ausgetauscht , dem im Gegensatz zum gemalten Bild ein höheres Maß an Konkretheit zuerkannt wurde. Diese technische Neuerung empfindet nichts und reagiert auch nicht, wenn der König schreit.

Die Wiener wissen fortan, welch eine Schwiegertochter kommt geheiratet wird immer weniger.

Die Demokratie übernimmt das Land, und mit ihr kommt die Fotografie schnell, mannigfach, ehrlich! Die Bildende Kunst profitiert zunächst davon, ordnet sich das Foto unter. Erst der Film wird die narrative Kunst vernichten.

Ausgerechnet ein amerikanischer Fernseh-Produzent (Allen Funt, Erfinder der Versteckten Kamera, „Candid Camera”) kaufte und sammelte in den 1960er Jahren die zu jener Zeit völlig unbekannten Monumentalbilder von Sir Lawrence Alma-Tadema, für einen Apfel und ein Ei. Nach dem Verkauf der Sammlung im Jahr 1973 über Sotheby‘s um eine Vielfaches, war Alma-Tadema wieder zurück, vor allem in Hollywood. Bühnenbildner, Ausstatter und Filmemacher nutzen seine Gemälde bis heute als Blaupause und Quellenmaterial für Filme wie Ben Hur (1959), Gladiator (2000) oder Exodus (2014).1

Die Bildende Kunst macht sich unabhängig von Religion und Kapital und erfindet die Moderne.

Ich komme erst später auf die Welt, für mich stellt sich die Frage: Gibt es (ein?) Leben nach Gerhard Richter?

Bis zur Reife von Digitalität musste ich in einem Modell-Atelier leben und arbeiten. Heute ist es wieder leicht, ein Bild zu machen, weil die Malmittel dazu da sind!

Die Malerei zeigt uns das Gefühl und Fotografie zeigt uns die Wahrheit. Ich stelle das Bild vor die Kamera, und somit das Gefühl vor die Wahrheit.

Lois Renner

P.S.

Mit meinem Bild „Heliogabalus“ möchte ich eine Brücke bauen, von jenem Zeitpunkt im 19. Jahrhundert, zu dem die Malerei, verdrängt durch den Film, aufhören musste, eine Geschichte als Wahrheit zu verbreiten, hin zu der Gegenwart, in der das wieder möglich ist.

 

 

Truth, however, does not matter to me, I just want a good picture!

A picture tells the truth, anyway!

The Spanish kings in Madrid want to marry their Princesses off to the Austrian Princes of Vienna. The Spaniards send to the court in Vienna one or two portraits of the Infanta. This is about everything, the purchasing power of the prince brings 500 trillion Euros to Madrid. We can vividly imagine how well the artist was selected before portraying the girl. The king stands behind the painter and urges relentless corrections, when it comes to beauty. At some point the House of Habsburg will become extinct, and everyone will wonder why …

When the picture was seen through and figured out, and thus no longer functioned as a document of „reality,“ the visual artist was exchanged for a picture apparatus, which, in contrast to the painted picture, was given a higher degree of concreteness and reality. This technical innovation feels nothing and has no reaction when the king cries.

From then on, the Viennese know which daughter-in-law is comingmarriage has become rare…

Democracy takes over the country, and with it comes the photography fast, manifold, honest! The visual arts initially benefit from this, the higher medium of painting subordinating the photo. Only the film („motion picture“) will destroy the two-dimensional narrative art.

Ironically, it was the American television celebrity Allen Funt (inventor of the Hidden Camera, „Candid Camera“), who bought nearly thirty of Alma-Tadema paintings in the 1960simagery of a by-gone erafor an apple and an egg. After re-selling the collection in the 1970s many times over, Sir Lawrence Alma-Tadema, as other figures of Victorian art, was back again, especially in Hollywood. Stage designers and filmmakers used and use his paintings till now as a blueprint and source material for films such as Ben Hur (1959), Gladiator (2000) or Exodus (2014).

Visual art made itself independent of religion and capital and invented the modern age.

I will be born later, for me one question arises: Is there (any) life after Gerhard Richter?

To the maturity of digitality, I had to live and work in a model studio. Today it is easy again to make a picture, because the media, the instruments are all here!

Painting shows us the feeling, and photography shows us the truth. I put the picture in front of the camerafeeling in front ofthe object-world of truth.

Lois Renner

P.S.With my picture „Heliogabalus“ I want to build a bridge, from that point of time in the 19th century when narrative painting, displaced by the film, had to stop spreading a story as truth, to the present, in which this is possible again.

Oktober 30, 2019

Texts damaged

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Juli 28, 2019

Hildebrunn 2019

 

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Juli 28, 2019

LOIS (Selbstporträt 2019)

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Juli 11, 2019

Tagesspiegel 27. Juni 2019

 

Februar 1, 2019

LOIS

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November 8, 2018

Skulptur für Salzburg

 

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Oktober 20, 2018

ECHT JETZT?! KLASSE KUNST

LANDESGALERIE LINZ / 04. OKT. 2018 BIS 24

. FEB. 2019 SONDERAUSSTELLUNG

 

http://www.landesmuseum.at/de/ausstellungen/detail/klasse-kunst-vi.html


Oktober 20, 2018

Michi (La femme endormie)

MICHI (heaven) 2018, 100 x 160 cm

September 25, 2018

Halle Barlach Hamburg 2018

Painting Of The 21th Century II

Galerie Schimming, Halle Barlach Hamburg

 

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September 25, 2018

Lepi


„Lepi“ steht für Leopoldskroner Bad, ein Ort meiner Jugend, zum hoffentlich bald alt werden, heute ein Ort meiner Bewegung, zum hoffentlich lange jung bleiben.

Gleich einem Jungbrunnen teilt sich das „Sportbecken“ auf in eine Seite für Junge und in eine Seite für Alte, eine Seite für Schwimmende, eine Seite für Treibende

.

An guten Tagen bleibe ich exakt auf der dünnen, schwarzen Linie dazwischen, an schlechten Tagen falle ich ab.

März 14, 2018

Catalogue raisonné

…available:    ulrike.roider@salzburgmuseum.at


November 24, 2017

Salzburg Museum 2017/ 2018

Oktober 10, 2017

Eröffnung Lois Renner im Salzburg Museum

September 2, 2017

Makart


Es ist nicht gut über Bildtechnik zu reden, aber die epochale Entwicklung stellt genau das vorne an! Wahrheit steht wie immer am Spiel, für die ganz neuen Möglichkeiten gibt es noch kein System. Regeln will niemand, aber Verantwortung muss sein! Kunst setzt eine Grundeinstellung zu Wahrheit voraus, weil Bild das mächtigste Werkzeug zur Wahrheit ist.

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Mai 14, 2017

Retabel (Das Echo)


 

 

 

Lois Renner / S. D.: Grünewald.
Ein Dialog.

Februar 2010

SD: Meine Frage ist recht einfach: würden Sie ein Auftragsbild malen? Es sollte ein Triptychon nach einem christlichen Vorbild sein. Als Vorbild könnte ich mir den Isenheimer Altar von Matthias Grünewald oder ein Triptychon von Rogier van der Weyden vorstellen – das Kreuzigungstriptychon, oder das Sforza-Triptychon? Diese beiden Beispiele entsprechen nicht unbedingt Ihrem opulenten Stil, aber gerade wegen des Zurückgenommenen, insbesondere im Isenheimer Altar, hatte ich an Sie gedacht, um eine zeitgemäße Interpretation zu gestalten. Sie haben ja eine gute Hand für das Ikonenhafte, für das Verbinden der verschiedenen Techniken, und für die Übergänge der Epochen. Die Malereien der flandrischen Renaissance wollen doch eigentlich Photos sein, und Grünewald, der letzte Gotiker, würde heute wohl eine Reportage machen, anstatt zu malen. Und sie träfen damit auf ein Motiv, das die Kunst über fast zwei Jahrtausende beschäftigte – Allerdings nicht mehr im 20. und 21 Jahrhundert, die christliche Kunst ist nun ja fast ganz verschwunden. Wer malt heute noch eine Kreuzigung, eine Auferstehung? Ein Grund, es wieder aufzunehmen. Was halten Sie davon?

LR: Für die Aneignung von fremder Kunst für das eigene Formenvokabular nütze ich gerne die Anregung und Unterstützung eines „Komplizen“! Den Isenheimer Altar kenne ich gut. In meiner Zeit an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe war ich, angeregt durch meinen Freund und Kollegen im Lehrkörper, Hans Belting, öfter in Colmar, um das „Wunder“ zu sehen.

SD: Ich dachte an eine ähnliche Umsetzung wie bei Flora II. Von da aus kamen mir dann etliche Ideen, die mich von einer Umsetzung wie im Atelier wegbrachten. Zunächst hatte ich die Idee, dass man das neue Bild dem Colmarer Original direkt gegenüber stellen könnte, sozusagen als Altarbild des Altars. Das ruft das Motiv zurück in die Erinnerung. Wieso malt man denn heute keine Kreuzigungsszene mehr, obwohl es sicherlich das am meisten verbreitete Kunstmotiv überhaupt ist, und man weiter fleißig Kruzifixe produziert? Weil es zu viele Photos von sterbenden Menschen gibt? Eine Alternative dazu wäre die Präsentation in einem ganz anderen Kirchen/Atelierraum, einer Art protestantischem white cube: weiß, schlicht, schmucklos, kahl, wie etwa einer aufgelassenen Fabrikhalle. Golgota war ja eher ein zugiger Vororthügel. So käme das reine Kunstwerk in den Mittelpunkt. Am Ende rückte die bewährte Ateliervariante wieder in der Vordergrund meiner Gedanken.

LR: Warum nicht Kruzifixe malen? Die Frage ist berechtigt. Immerhin ist dieses Kürzel Teil unserer kulturellen Grundausstattung. Zumindest in meiner Kindheit war in jedem Zimmer eines montiert. In den Jahren 1995–2000 habe ich Kruzifixe häufig in meinen Bildern benützt. Gestohlen wird was gut ist, oder, wie Picasso meinte: „Gute Künstler kopieren, große Künstler stehlen“. Wenn man abstrahiert und in ein Modell oder eine Idee zurückverwandelt, dann sind viele, vielleicht die meisten Geschichten schon erzählt worden. Heutige Malmittel erlauben einen fließenden Verlauf von Original und Reproduktion, immer entsteht dabei etwas Neues, einfach auch deshalb, weil die Mittel neu sind. Grundsätzlich halte ich den read more

Januar 27, 2017

Heliogabalus


 

 

„Heliogabalus“, nach „The Roses Of Heliogabalus“ von Sir Lawrence Alma-Tadema ist die Darstellung eines Mythos aus der Geschichte des jungen römischen Soldatenkaisers Heliogabalus. Als Anlass zu seiner Ermordung im Jahr 222 im Alter von nur 18 Jahren wurde ihm ein exzessives Leben unterstellt, mit dem Wunsch nach Geschlechtsumwandlung und dem mutwillig herbei geführten Erstickungstod zahlreicher Gäste mittels eines Rosen-Regens.

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