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CARL AIGNER
Die Macht der Bilder. Interview mit Lois Renner, in: Eikon Wien Nr. 46, 2004, S. 22 - 29
ISBN 3-902250-09-7
Deutsch / Englisch
"(...) CA: Warum ist es heute sinnvoll mit dem Medium Photographie zu arbeiten, warum ist es überhaupt in künstlerischer Hinsicht noch sinnvoll, Bilder zu machen?
LR: Seit dem die Photographie erfunden wurde, wird mit ihr gearbeitet, meine Vorgänger haben Photographie abgemalt und ich photographiere Gemälde. Ich bevorzuge neue Medien, weil sie dem digitalen Kapitalismus einen Arbeitschritt näher stehen als Althergebrachtes.
CA: Es gibt kein Bildwerk in der österreichischen Gegenwartskunst, das derartig komplex ist wie Dein Werk, einerseits vom Thematischen, andererseits auch von einem Bilddenken und Bildbegriff her. Könntest Du einige Deiner ganz wesentlichen Linien kurz umreißen, vor allem im Hinblick auf den Nukleus, aus dem gewissermaßen sich alles - nämlich das Thema des Ateliers entfaltet?
LR: Meine rote Linie ist aufzuzeigen, wie unendlich weit der Mensch gefächert ist. Das Atelier, das Du meinen Nukleus nennst, liegt mir am Nächsten, das ist meine natürliche Umgebung. Es bietet mir den Ort und das Aktionsfeld, aber auch den Überbau des Künstlerischen, wenn man so will. Im Atelier ist jeder Fehler interessant, im schlimmsten Falle lächerlich, in einer Küche, in einem Büro ist der gleiche Zustand ein Problem. Das Atelier ist allerdings nur der Hintergrund aller meiner Themen.
CA: Das Atelier ist nicht nur ein Ort, an dem ein Künstler arbeitet. Es gibt letztendlich seit dem 18. Jahrhundert eine Autonomisierung desselben, da es ja quasi jener Ort ist, an dem gewissermaßen ein Kunstwerk das Licht der Welt erblickt. Das ist seit der Romantik immer wieder diskutiert und gerade in der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts sehr oft künstlerisch thematisiert worden. Was genau ist für dich der Ort des Ateliers?
LR: Das Atelier ist überall, und das ist die Kernaussage meiner Arbeit. In meiner Innenskulptur, ist der Atelierbegriff humorvoll definiert. Mehr Verantwortung übernehme ich für diesen schönen Anachronismus nicht. (...)"
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