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Sammeln für das neue Jahrhundert

Nach dem Museum Lentos, Linz besinnt sich nun auch das MUMOK seiner Sammelbestände, genauer dessen, was Edelbert Köb der Sammlung hinzugefügt hat.

Natürlich bleibt Wien in einem anderen finanziellen Rahmen verhaftet, als etwa das namensstiftenden Mutterschiff MOMA, oder das MOQUA und wie sie alle heißen, aber auch wenn Edelbert Köb im Standart Interview von einem „kleinen Haus“ spricht, hat die Präsentation durchaus „städtisches Format“.
Es freut mich ganz besonders, dass im Zuge der internationalen Auswahl auch mein lang gehegter Wunsch, das Modell „Malerei Renner“ in Wien zu positionieren, in Erfüllung gegangen ist!

 Modell „Malerei Renner“, „Rascheln der Feigenblätter“, Museum der Moderne Stiftung Ludwig Wien 2010


Der Faun

Schon im Jahr 2000, also im Entstehungsjahr der Faun- Serie, wurde das ursprüngliche Werk in der Ausstellung „Lebt und arbeitet in Wien“, in der Kunsthalle gezeigt.

 „Lebt und arbeitet in Wien“, Kunsthalle Wien, 2000

Nicht ahnend, dass Edelbert Köb zwei Jahre später Direktor des Museums moderner Kunst Wien sein wird, habe ich ihn gebeten sich dieses Werk in der Kunsthalle anzusehen. Wir trafen uns in der Kunsthalle mit Kerstin Engholm, die zu dieser Zeit meine Interessen als Galeristin vertreten hat.



Das Modell „Malerei Renner“

 Die Malerei Renner, Salzburg

1999 hat Lorand Hegy dieses Modell indirekt in Auftrag gegeben.
Zusammen mit Dr. Fuchs vom Museum Moderner Kunst, Stiftung Ludwig Wien, hat Hegy mein Atelier besucht um „Donau“ und „Augenlieder“ zu erwerben. Die im Atelier befindlichen Modelle, die damals noch dem Massstab1:10 folgten haben ihn bei diesem Besuch besonders interessiert.
„Können wir das nicht größer machen?“ war seine erste Frage zu dem Modell welches in dieser Zeit im Atelier zu sehen war.
Dieser indirekte Auftrag, der mein Konzept der radikalen Verkleinerung zunächst bis in die Grundmauern erschütterte und mich damals sehr zum lachen brachte, war aus heutiger Sicht der Beginn einer Entwicklung die bis heute anhält, einer Anhebung des Massstabes meiner Malereimodelle von damals 1: 10 auf heute 1:1 und 4:1 (fließend).

Hegy linderte das Fehlverständnis mit der Ausstellung des neuen, vergrößerten Modell „Malerei Renner“ in „La Casa, il Corpo, il Cuore“ im Jahr 1999 im 20er Haus.



Stiftung Ludwig

 "Augenlider", "Donau", Museum der Moderne Stiftung Ludwig Wien 2010

Erst sechs Jahre nach unserem Treffen in der Kunsthalle entdeckte Herr Köb die besondere Qualität des Faun bei seinem Besuch im Atelier. Da es sich bei dem Bild welches zu dieser Zeit an der Atelierwand hing um eine Atelierkopie handelte und das „Original“ schon an den Kunstpalast Düsseldorf verkauft war, musste ich ihm seinen Wunsch das Bild in die Wiener Sammlung aufzunehmen zunächst verwehren.
Da Edelbert Köb aber auch Interesse am Ateliermodell hatte, in welchem der Faun entstanden ist, schlug ich vor das Bild mit meiner zu dieser Zeit neuen Malmethode, der digitalen Blendung, neu auf zu bauen.
Mit einem Teil des Ankaufsetat der Stiftung Ludwig wurde das Bild und die Skulptur im Jahr 2008 erworben.

Exact 10 Jahre nach „Lebt und arbeitet Teil 1. eröffnet die dritte Ausgabe dieser Wiener Leistungsschau am selben Tag wie die hier zu besprechende Ausstellung „Sammeln für ein neues Jahrhundert“, am 4. März MMX.

Lois Renner