Makart

Es ist nicht gut über Bildtechnik zu reden, aber die epochale Entwicklung stellt genau das vorne an! Wahrheit steht wie immer am Spiel, für die ganz neuen Möglichkeiten gibt es noch kein System. Regeln will niemand, aber Verantwortung muss sein! Kunst setzt eine Grundeinstellung zu Wahrheit voraus, weil Bild das mächtigste Werkzeug zur Wahrheit ist.

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Die meisten Berufe folgen dem Menschen, sie schaffen Sachen, die der Mensch braucht. Wenige Berufe begleiten den Menschen, wie Medizin oder Rechtsprechung usw…, die Kunst geht voraus, sie schafft etwas, das der Mensch so noch nicht braucht. Um zu leben, steckt die Kunst ihre Wahrheit in eine Form, in ein Bild.

Fotografie ist das Medium, das schnell in die Breite geht, heute schneller denn je, deshalb benütze ich es. Das taten viele vor mir schon, Fotografie wurde immer abgemalt, übermalt…, ich drehe das um, nach einem Foto wird nicht mehr gemalt — es entsteht ein Foto vom Bild!

In meinem Werk „Makart“ zeige ich das im vollen Format. Mein Bild, nach dem Vorbild von Hans Makarts „Der Frühling“, zeigt, wie weit sich die Technik entwickelt hat. In einer Abmessung von 3 mal 5 Meter kann Information perfekt dargestellt werden, wie nie zu vor in der Geschichte der Menschheit. Nicht nur weil dieses Werk von Makart, das in meiner Schulzeit im Eingangsbereich des Salzburger Museum Carolino Augusteum immer für mich erreichbar war, ohne Eintrittsgeld zu bezahlen, heute genau hinter jener Wand eingefriedet ist, auf der demnächst meine Bilder zu sehen sein werden, sondern weil das Narrative, das lange Zeit nur im Film möglich war, wieder für Bild wichtig wird, ohne dass es dabei zur Erzählung wird.

„Makart“, nach Hans Makart, der so wie ich ein geborener Salzburger war, ist also auch ein Bild aus meiner Biographie. Junge Menschen aus meiner Familie performen darin.

Das Bild ist Teil meiner Serie „Instant Garden“. Als großer Fan Monets und seines Atelier-Gartens, schaue ich nach Hollywood, wo der Film, der die Malerei des 19. Jahrhunderts (Makart, Alma Tadema…) abgelöst hat, in einen anderen Garten, der meinem sehr viel näher ist.

Monet nahm sich Zeit für den Garten als Atelier, so wie ich es getan habe mit dem Modell vom Atelier. Der Garten im Modell hat keine Zeit, so wie die Gärten im Film. Die Set Designer mussten schnell sein, heute „Gone With The Wind“ morgen „John Wayne“. Die Wiese wurde ausgerollt, so wie heute ein Fußballfeld, die Bäume standen in Kübeln, so wie sie heute auf den Dachterrassen des Urban Gardening stehen. In meinem Bild „Makart“, mischt sich das alles, vom 19. Jahrhundert bis heute!

Nicht nur der Garten besteht aus Ölfarbe und Pflanzen, vermischt ineinander, auch die Bildsprache selbst mischt Gemälde und Fotografie zu etwas, das es so noch nicht gab, nicht geben konnte — weil die Technik dazu fehlte.

Lois Renner

Instant Gardening

Monet is my role model! Many are able to paint, but the performance of Impressionism is still breathtaking, with its abandonment of drawing in favor of painting, defined as an art of color, with color applied in many layers, painted on top of a rolling field of brushstrokes.

Among the Impressionists, only Monet is mine, because not only he was energized by the tension between image and reality, but he also changed the studio. Monet, while genuinely concerned about  his family, did not focus upon how good everything felt or even how bad — it was all about the image, and its value. His studio in Giverny expanded to include the garden and Monet spent his time and hard-earned money there, and his garden continued to grow, the trees and plants grew and grew again and again.

In my latest model garden I joyfully have touched on all of these themes! No matter if ants then appear in the studio for the first time, because there are so many plant species in there. For the first time I also see progress in the model, when I enter the studio in the morning, helped by brownies everything has become more and more beautiful during night. Immediate care is required — sometimes my interventions are backfiring, or things simply spoil badly, but most of it grows and releases the artwork from the human mind. Dried oil paint on canvas also changes, it changes with time, even when the dice have fallen. What counts in art is soft flowing consciousness, and not the hard, conservative thing!